GMP-Grundlagen für herstellende Apotheken

Warum GMP plötzlich relevant wird

Viele herstellende Apotheken arbeiten über Jahre erfolgreich, bevor GMP-Anforderungen verstärkt in den Fokus rücken.

Auslöser sind häufig:

  • eine Erweiterung der Herstellungstätigkeiten

  • neue Darreichungsformen oder Produkte

  • regulatorische Rückmeldungen

  • anstehende Inspektionen

In diesem Moment wird GMP oft als etwas Abstraktes, Komplexes und schwer Integrierbares wahrgenommen.

In der Praxis geht es bei GMP jedoch weniger um Komplexität – sondern um Struktur.

GMP in Apotheken ist kein „Pharma light“

Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass GMP-Anforderungen für herstellende Apotheken abgeschwächt oder vereinfacht seien.

Das sind sie nicht.

Auch wenn der Maßstab ein anderer ist, bleiben die regulatorischen Erwartungen klar:

  • definierte Verantwortlichkeiten

  • kontrollierte Prozesse

  • nachvollziehbare Entscheidungen

  • dokumentierte Durchführung

Inspektionen bewerten Konsistenz und Nachvollziehbarkeit – nicht die Größe der Organisation.

Typische Herausforderungen in herstellenden Apotheken

In der Praxis entstehen GMP-Themen häufig durch:

  • Prozesse, die sich pragmatisch über Jahre entwickelt haben

  • Dokumentation, die nicht mehr vollständig der gelebten Praxis entspricht

  • Qualitätsaufgaben, die auf mehrere Rollen verteilt sind

  • begrenzte Inspektionserfahrung

Das sind keine Fehler.
Es sind typische Begleiterscheinungen operativen Wachstums.

Was GMP tatsächlich verlangt

Im Kern bedeutet GMP für herstellende Apotheken:

  • zu verstehen, welche Anforderungen tatsächlich gelten

  • klar festzulegen, wer wofür verantwortlich ist

  • Prozesse so zu dokumentieren, dass sie nutzbar bleiben

  • sicherzustellen, dass Praxis und Dokumentation übereinstimmen

GMP verlangt keine Perfektion.
Es verlangt Klarheit und Kontrolle.

GMP schrittweise aufbauen

Eine erfolgreiche GMP-Ausrichtung in Apotheken folgt meist einem strukturierten Vorgehen:

  1. Klärung des regulatorischen Geltungsbereichs

  2. Bewertung des aktuellen GMP-Zustands

  3. Definition eines praxisnahen Qualitätssystems

  4. Abgleich von Dokumentation und realen Abläufen

  5. Vorbereitung auf Inspektionen in ruhiger, strukturierter Weise

So wird GMP beherrschbar – und langfristig tragfähig.

Fazit

GMP ist kein Hindernis für die Herstellung in Apotheken.
Es ist ein Rahmen, der Struktur, Sicherheit und Inspektionsfähigkeit schafft.

Entscheidend ist, GMP nicht als theoretische Vorgabe zu behandeln, sondern als praktisches System, das den Arbeitsalltag unterstützt.

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